Glossar zum Thema "Baurestmassen"
A
- Aerob: in Gegenwart von Sauerstoff
- Anaerob: unter Sauerstoffausschluss
- Abfälle
Abfälle sind nach § 2 Abs. 1 AWG 2002 und § 4 StAWG 2004 bewegliche Sachen, denen sich der Besitzer entledigen will oder entledigt hat oder deren Sammlung, Lagerung, Beförderung und Behandlung als Abfall erforderlich ist, um die öffentlichen Interessen nicht zu beeinträchtigen.
- Abfälle aus Industrie- und Gewerbebetriebe
Produktionsabfälle aus Industrie- und Gewerbebetriebe, ausgenommen Siedlungsabfälle.
- Abfallbesitzer = jeder Abfallerzeuger oder jede Person, welche die Abfälle innehat
- Abfallbehandler = jede Person, die Abfälle verwertet oder beseitigt
- Abfallerzeuger = jede Person, durch deren Tätigkeit Abfälle anfallen (Abfallersterzeuger) oder jede Person, die Vorbehandlungen, Mischungen oder andere Arten der Behandlung vornimmt, die eine Veränderung der Natur oder der Zusammensetzung dieser Abfälle bewirken.
- Abfallbehandlung
umfasst alle Verwertungs- und Beseitigungsverfahren.
Die Abgrenzung zwischen Verwertung und Beseitigung ist in einer Gesamtabwägung zu beurteilen, bei der die Kriterien ökologische und ökonomische Zweckmäßigkeit, Schonung von Ressourcen, Eignung der Abfallart, Gefahrenminimierung und Art der Behandlungsanlage zu berücksichtigen sind.
- Abfallbeseitigung
Nicht verwertbare Abfälle sind gemäß § 1 AWG 2002 je nach ihrer Beschaffenheit durch biologische, thermische, chemische oder physikalische Verfahren zu behandeln. Feste Rückstände sind möglichst reaktionsarm und ordnungsgemäß abzulagern.
- Abfallsammler = jede Person, die von Dritten erzeugte Abfälle selbst oder durch andere abholt, entgegennimmt oder über deren Abholung oder Entgegennahme rechtlich verfügt.
- Abfallvermeidung
Die Abfallmengen und deren Schadstoffgehalte sind gemäß § 1 AWG 2002 so gering wie möglich zu halten. Abfälle vermeiden bedeutet, Abfälle bei der Produktion gar nicht erst entstehen zu lassen. Abfälle können auch vermieden werden, indem beim Kauf Güter bevorzugt werden, die abfallarm produziert worden sind.
- Abfallverwertung
Abfälle sind gemäß § 1 AWG 2002 zu verwerten, soweit dies ökologisch zweckmäßig und technisch möglich ist und die dabei entstehenden Mehrkosten im Vergleich zu anderen Verfahren der Abfallbehandlung nicht unverhältnismäßig sind und ein Markt für die gewonnenen Stoffe oder die gewonnene Energie vorhanden ist oder geschaffen werden kann. Die Verwertung von Abfällen ermöglicht die Rückführung von vorgängig meist entsprechend aufbereiteten Abfällen in den Stoffkreislauf. Damit dienen die verwertbaren Abfälle als Rohstoffe für die Produktion neuer Güter. Da die Rohstoffe mehrfach einen Stoffkreislauf durchlaufen, spricht man auch von Recycling.
- Altstoffe
„Altstoffe“ gem. § 2 Abs. 4 Z 1 AWG 2002 sind
a) Abfälle, welche getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden, oder
b) Stoffe, die durch eine Behandlung aus Abfällen gewonnen werden, um diese Abfälle nachweislich einer zulässigen Verwertung zuzuführen.
- Anthropogen
Von Menschen beeinflusst oder verursacht.
-
Aushubmaterial:
Material, das durch Ausheben oder Abräumen des Bodens oder des Untergrundes anfällt
B
- Baurestmassen
sind im Zuge von Bautätigkeiten anfallende Abfälle. Der Bauherr ist verpflichtet, diese zu trennen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Soweit eine Trennung an der Baustelle nicht durchgeführt werden kann, hat diese in einer geeigneten Behandlungsanlage (Sortieranlage) zu erfolgen. Aufzeichnungen über über Art, Menge und Entsorgung der Abfälle sind zu führen.
- Biogene Abfälle (Biomüll)
sind Abfälle, die aufgrund ihres hohen organischen, biologisch abbaubaren Anteils für die aerobe und anaerobe Verwertung besonders geeignet sind, z.B.: Gartenabfälle, Abfälle aus der Nahrungsmittel- und Futtermittelproduktion, Küchenabfälle, unbeschichtetes Papier .....
- Biogene Siedlungsabfälle (Biomüll)
sind gem. § 4 Abs. 4 Z 2 StAWG 2004 getrennt zu sammelnde biogene Siedlungsabfälle (kompostierbare Siedlungsabfälle wie z.B. Küchen-, Garten-, Markt- oder Friedhofsabfälle)
- biologisch abbaubar (= durch Mikroorganismen in ihre Bausteine zerlegbar)
sind organische Stoffe natürlichen Ursprungs wie Küchenabfälle, Strauchschnitt, Holz, Papier,... Im Gegensatz dazu sind alle "künstlich" erzeugten organischen Stoffe nicht biologisch abbaubar (z. B.: "Kunst"stoffe).
- biologische Abfallbehandlung
Verfahren zur Behandlung biologisch abbaubarer Stoffe entweder in Gegenwart von Sauerstoff (aerobe Behandlung) oder unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerobe Behandlung)
-
Bodenaushubmaterial:
Material, das durch Ausheben oder Abräumen von im Wesentlichen natürlich gewachsenem Boden oder Untergrund – auch nach Umlagerung – anfällt, sofern der Anteil an anorganischen bodenfremden Bestandteilen, z.B. mineralischen Baurestmassen, nicht mehr als 5 Prozent des Volumens und der Anteil an organischen bodenfremden Bestandteilen, z.B. Kunststoffe, Papier, nicht mehr als 1 Prozent des Volumens beträgt. Diese bodenfremden Bestandteile müssen bereits vor der Aushub- oder Abräumtätigkeit im Boden oder Untergrund vorhanden sein. - Brennwert
Die bei vollständiger Verbrennung freigesetzte gesamte Wärmemenge entspricht dem Brennwert (früher: oberer Heizwert); siehe auch Energieinhalt und Heizwert.
- Bringsystem
Der Abfallerzeuger bringt seine Abfälle selbst zu den dafür vorgesehenen Sammelstellen.
D
-
Deponien
Anlagen, die zur langfristigen Ablagerung von Abfällen oberhalb oder unterhalb (unter Tage) der Erdoberfläche errichtet oder verwendet werden, einschließlich betriebseigener Anlagen für die Ablagerung von Abfällen, oder auf Dauer (d.h. für länger als ein Jahr) eingerichtete Anlagen, die für die vorübergehende Lagerung von Abfällen genutzt wird.
-
Deponierung
Ablagerung von endlagerfähigen Abfällen auf Dauer.
-
Deponieverordnung
Die Deponieverordnung 2008 (BGBl. II Nr. 39/2008 i.d.g.F.) regelt die Qualität von Abfällen und die zur Ablagerung von Abfällen nötige Ausstattung und Betriebsweise von Deponien. Anhand von verschiedenen Kriterein und Grenzwerten werden Abfälle unterschiedlichen Deponietypen zugeordnet.
E
- Energieinhalt
Der Energieinhalt von Stoffen (z.B. Abfällen) hängt von der elementaren chemischen Zusammensetzung ab, wobei vor allem der Gehalt an Kohlenstoff, Wasserstoff, Schwefel, Sauerstoff und Wasser von besonderen Bedeutung sind.
Der Energieinhalt wird in Kilo-Joule (1 kJ = 1.000 J) oder Mega-Joule (1 MJ = 1.000.000 J) angegeben und bei Feststoffen auf die Trockenmasse oder Trockensubstanz (kJ/kg i.d.TS) und bei gasförmigen Stoffen auf das Volumen (kJ/m3) bezogen. Bei der Angabe des Energieinhaltes unterscheidet man zwischen dem Heizwert und dem Brennwert.
- Erdaushub:
Erdaushub umfasst jenes Material, das durch Ausheben oder Abräumen anfällt und zum überwiegenden Anteil (>50 %) aus Boden oder Erde besteht.
G
- Getrennt zu sammelnde verwertbare Siedlungsabfälle
Altstoffe gem. § 4 Abs. 4 Z 1 StAWG 2004, (wie z.B. Textilien, Papier, Metalle, Glas, Speiseöle und –fette – ausgenommen Verpackungsabfälle)
- Gefährliche Abfälle
gem. § 2 Abs. 4 Z 3 AWG 2002 sind jene Abfälle, die gemäß einer Verordnung nach § 4 AWG 2002 als gefährlich festgelegt sind.
-
Gefährlich verunreinigtes, gefährlich kontaminiertes Aushubmaterial: Aushubmaterial, bei dem ein oder mehrere Gefährlichkeitskriterien (H-Kriterien) zutreffen oder das Zutreffen aufgrund der Vornutzung, einer bekannten oder einer offensichtlichen Verunreinigung mit umweltrelevanten Stoffen nicht ausgeschlossen werden kann.
-
Gefährlich verunreinigt
„Gefährlich verunreinigt“ ist grundsätzlich mit dem expliziten Zutreffen eines oder mehrerer Gefährlichkeitskriterien definiert. Bei bekannten, zu vermutenden oder offensichtlichen Verunreinigungen mit umweltrelevanten Stoffen (organische Stoffe und Verbindungen. Schwermetalle u. dgl.) ist von einem gefährlich verunreinigten Material auszugehen (auch gemäß Abfallverzeichnisverordnung), es kann die Nichtgefährlichkeit aber analytisch nachgewiesen werden.
- Gemischte Siedlungsabfälle (Restmüll)
gem. § 4 Abs. 4 Z 5 StAWG 2004, das ist jener Teil der nicht gefährlichen Siedlungsabfälle, der weder
- Altstoffen (§ 4 Abs. 4 Z 1 StAWG 2004),
- biogenen Siedlungsabfällen (§ 4 Abs. 4 Z 2 StAWG 2004),
- sperrigen Siedlungsabfällen (§ 4 Abs. 4 Z 3 StAWG 2004)
- noch dem Straßenkehricht (§ 4 Abs. 4 Z 4 StAWG 2004) zuzuordnen ist.
H
- Heizwert
Auch wenn ein trockener Stoff verbrennt, entsteht je nach Ausgangszusammensetzung (Wasserstoffgehalt) als Verbrennungsprodukt auch Wasser, welches mit dem heißen Rauchgas dampfförmig aus der Verbrennungsanlage entweicht. Für die Verdampfung des bei der Verbrennung entstehenden Wassers wird ein Teil der freigesetzten Energie in Anspruch genommen. Jene Wärmemenge, die bei der vollständigen Verbrennung eines Stoffes als nutzbare Wärmemenge freigesetzt wird bezeichnet man als Heizwert (freigesetzte Wärme abzüglich jener Energie, die für die Verdampfung des bei der Verbrennung entstandenen Wassers verloren geht).
Zur Beschreibung des Energieinhaltes von Brennstoffen wird der Heizwert herangezogen. Im Gegensatz dazu wird zur Beschreibung der "Endlagerfähigkeit" von Abfällen der Brennwert herangezogen, der gemäß Deponieverordnung einen Wert von 6.000 kJ/kg in der Trockensubstanz nicht überschreiten darf.
- Holsystem
Die Erfassung von Abfällen erfolgt direkt beim Erzeuger über Sammelbehälter (z.B. Biotonne, Papiertonne, Gelbe Tonne bzw. gelber Sack für die Leichfraktion).
I
- Indikatoren
Indikatoren sind definierbare, messbare Kennwerte, deren absolute Werte bzw. deren Veränderungsrichtung aufzeigen sollen, ob sich gesetzte Ziele entsprechend entwickeln.
K
- Kompost - Produkt der Kompostierung
- Kompostierung
verfahrensmäßig gesteuerte oder selbständig ablaufende Rotte von aufbereiteten biogenen Abfällen
L
Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark - 2019
Beschreibung des IST-Zustandes der steirischen Abfallwirtschaft; Abschätzung zukünftiger Entwicklungen, Definition von Visionen und Wirkungszielen; Festlegung von Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung. Die Vorgaben im L-AWP ist für die Abfallwirtschaftsverbände des Landes bindend.- Leitbild
Ein Leitbild enthält die Leitlinien, nach welchen eine Entwicklung ausgerichtet werden soll.
M
- Mesophil
sind die meisten unserer Boden- und Wasserbakterien; ihr Temperaturoptimum liegt zwischen 20 und 45 °C
N
-
Nicht gefährlich verunreinigtes, nicht gefährlich kontaminiertes Aushubmaterial:
Aushubmaterial, das die Anforderungen an die Ablagerung auf einer Bodenaushubdeponie oder Inertabfalldeponie gemäß Deponieverordnung 2008 nicht einhält. -
Nicht verunreinigtes, nicht kontaminiertes Aushubmaterial:
Aushubmaterial, das die Anforderungen für die Ablagerung auf einer Bodenaushubdeponie oder Inertabfalldeponie gemäß Deponieverordnung 2008 erfüllt.
O
- Öko-Effizienz
strebt Produktleistungen mit möglichst geringem Material und Energieeinsatz. Durch Verbesserung der Input-Output-Bilanz (Bilanzdarstellung der Stoffstromanalyse und Energieanalyse) wird der Einsatz von Rohstoffen reduziert und die Belastung der Umweltmedien (Atmosphäre, Grundwasser, Gewässer, Boden, Fauna und Flora) durch Emissionen und Abfällen verringert. Öko-Effizienz strebt dabei eine relative Verbesserung bezogen auf das Produkt oder die Produktion an, d.h. z.B. durch Energieeinsparung weniger CO2-Emissionen oder durch bessere Rohstoffausbeute weniger Abfällen zu erzeugen.
Durch Kompensationseffekte (Wachstum des Marktes, Veränderung des Verbraucherverhaltens, Begrenzung des Betrachtungsraumes) kann es bei öko-effizienten Lösung trotzdem zu einer zusätzlichen Belastung der Ökologie kommen.
- Öko-Effektivität
geht über die reine Effizienzbetrachtung einen Schritt hinaus:- Es wird eine absolute Reduktion der Umweltbelastung angestrebt, nicht nur eine relative (es ist zwar gut wenn Motoren effizienter werden, falls dadurch aber mehr gefahren wird, steigt die Gesamtbelastung sogar).
- Es wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes oder Dienstleistung betrachtet, d.h. eine Systemperspektive eingenommen (die Auslagerung von ökologisch belastende Prozessschritte macht das Unternehmen zwar vordergründig sauberer, am Problem wird aber nichts geändert).
- Die Bewertung der ökologischen Probleme erfolgt nicht aufgrund der Wichtigkeit für das jeweilige Unternehmen sondern aus regionaler bzw. globaler Perspektive (wenn das Produkt gefährliche Stoffe enthält z.B. eingebaute Batterien, die vom Endkunden nicht sachgerecht entsorgt werden oder werden können, liegt das eigentliche Problem eben dort und nicht z.B. in der Öko-Effizienz der Beleuchtung im Unternehmen oder der Verpackung).
- Ökologische Erziehung
„In der jüngeren Generation muss ein Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung geschaffen werden. Deshalb sollte der „ökologischen Erziehung" für Kinder und Jugendliche mehr Gewicht verliehen werden.“ Aus: „Agenda 21. Vision: Nachhaltige Entwicklung“, Campus-Verlag. Frankfurt
- Ökologischer Fußabdruck
Anhand eines ökologischen „Fußabdrucks“ kann jeder feststellen, wie „nachhaltig“ er lebt. Die Methode eignet sich aber auch für Regionen, bzw. für Länder. Für viele Länder ist der ökologische Fußabdruck bereits ermittelt worden. Österreich schneidet dabei immer noch so schlecht ab, dass unser Land wohl zweieinhalb Erdkugeln bräuchte, wenn alle Menschen ein derartiges Verhalten an den Tag legen würden. Der „footprint“ summiert alle Ressourcen, die ein Mensch oder eine bestimmte Bevölkerung verbraucht und drückt dieses in „Weltflächen“ aus, die nötig wären, soviel Ressourcen bereitzustellen. Den persönlichen „footprint“ kann man aufwww.nachhaltigkeit.steiermark.at erstellen. Eine Menge globaler und seriöser Daten (international) finden Sie unter
www.footprintnetwork.org.
P
- Problemstoffe
sind gem. § 2 Abs. 4 Z 4 AWG 2002 gefährliche Abfälle, die üblicherweise in privaten Haushalten anfallen. Weiters gelten als Problemstoffe jene gefährlichen Abfälle aller übrigen Abfallerzeuger, die nch Art und Menge mit üblicherweise in privaten Haushalten anfallenden gefährlichen Abfällen vergleichbar sind. In beiden Fällen gelten diese Abfälle so lange als Problemstoffe, wie sie sich im Gewahrsam der Abfallerzeuger befinden.
- Problemstoffsammlung
Die Gemeinden (Gemeindeverbände) haben bei Bedarf, jedoch mindestens zweimal jährlich, eine getrennte Sammlung von Problemstoffen durchzuführen oder durchführen zu lassen, sofern für deren Sammlung in der Gemeinde (im Verbandsbereich) nicht in anderer Weise Vorsorge getroffen ist.
R
- Restabfall
sind gemsichte Siedlungsabfälle gem. § 4 Abs. 4 Z 5 StAWG 2004, das ist jener Teil der nicht gefährlichen Siedlungsabfälle, der weder
- Altstoffen (§ 4 Abs. 4 Z 1 StAWG 2004),
- biogenen Siedlungsabfällen (§ 4 Abs. 4 Z 2 StAWG 2004),
- sperrigen Siedlungsabfällen (§ 4 Abs. 4 Z 3 StAWG 2004)
- noch dem Straßenkehricht (§ 4 Abs. 4 Z 4 StAWG 2004) zuzuordnen ist.
- Rotte
biologischer Ab- und Umbau organischer Substanz, vorwiegend im aeroben Bereich
S
- Siedlungsabfälle
sind gemäß § 2 Abs. 4 AWG 2002 und § 4 Abs. 4 StAWG 2004 Abfälle aus privaten Haushalten und andere Abfälle, die auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung den Abfällen aus privaten Haushalten ähnlich sind.
- Speiseöle und Speisefette
sind Öle und Fette tierischer und pflanzlicher Herkunft. Speiseöle und Speisefette sind gemäß Abfallverzeichnisverordnung 2003 nicht zu den Problemstoffen zu zählen, müssen jedoch gemäß § 16 Abs. 6 AWG 2002 getrennt gesammelt und einem berechtigten Abfallsammler und Behandler übergeben werden.
- Sperrige Siedlungsabfälle (Sperrmüll)
gem. § 4 Abs. 4 Z 3 StAWG 2004, der wegen seiner Beschaffenheit weder in bereitgestellten Behältnissen noch durch die Systemabfuhr übernommen werden kann.
- SRM = spezifiziertes Risikomaterial
und ist getrennt von anderen tierischen Abfällen in eigenen Behältern zu sammeln. Die Sammelbehälter sind rot mit einem gelbem Deckel. Alle SRM-Sammelbehältnisse sind besonders zu kennzeichnen und sind ab diesem Zeitpunkt nur mehr zu diesem Zweck zu verwenden. Die Entsorgung erfolgt durch die TKV, getrennt von der Entsorgung anderer tierischer Abfälle.
- Stoffflussanalyse
Die Stoffflussanalyse nach Baccini & Brunner, 1996 ist ein methodisches Instrument zur Darstellung der Güter oder Stoffe, der Prozesse und der Lager in einem System. Mit der Stoffflussanalyse kann ein komplexes System auf die je nach Fragestellung wichtigen Güter / Stoffe, Prozesse und Lager reduziert und anschaulich dargestellt werden. Dadurch können die wesentlichen Güter- oder Stoffflüsse erkannt und durch geeignete Maßnahmen in die gewünschte Richtung gelenkt werden (ÖWAV Regelblatt 514, 2003)
- Stoffliche Verwertung - gem. AWG 2002
Ökologisch zweckmäßige Behandlung von Abfällen zur Nutzung der stofflichen Eigenschaften des Ausgangsmaterials mit dem Hauptzweck, die Abfälle oder die aus ihnen gewonnenen Stoffe unmittelbar für die Substitution von Rohstoffen oder von aus Primärrohstoffen erzeugten Produkten zu verwenden, ausgenommen die Abfälle oder die aus ihnen gewonnenen Stoffe werden einer thermischen Verwertung zugeführt.
- Stoffliche Verwertung von Verpackungen - gem. VerpVO 1996
Die stoffliche Verwertung von Verpackungen besteht in der Nutzung ihrer stofflichen Eigenschaften für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke mit Ausnahme der Energiegewinnung.
- Straßenkehricht
Siedlungsabfälle gem. § 4 Abs. 4 Z 4 StAWG 2004:, die auf öffentlichen Strassen, Plätzen und Parkanlagen anfallen (Straßenkehricht, der aufgrund seiner Beschaffenheit der Restmüllbehandlung zuzuführen ist).
- Strategien
Strategien zeigen (auf einer übergeordneten Ebene) den grundsätzlichen Weg auf, wie eine Vision oder ein definierter Zielzustand erreicht werden soll.
T
-
Technisches Schüttmaterial:
Technisches Schüttmaterial ist Aushubmaterial von bautechnischen Schichten wie Rollierung, Frostkoffer oder Drainageschicht, das im Gegensatz zu Bodenaushubmaterial keinen natürlich gewachsenen Boden oder Untergrund darstellt, sondern entsprechend technischen Anforderungen wie z.B. durch Siebung hergestellt und eingebaut wurde.
-
Thermophil
sind Mikroorganismen, die höhere Temperaturen bevorzugen (> 45 °C)
-
Thermische Verwertung
Bei der thermischen Verwertung steht die Energiegewinnung sowie Energienutzung definierter Stoffe oder Stoffgruppen (z.B. Abfälle) im Vordergrund.
-
Tierkörperverwertung
Verwesende Tierkörper stellen eine Seuchengefahr für Mensch und Tier dar. Sie können aber auch zu erheblichen Gewässerverunreinigungen und Geruchsbelästigungen führen. Tierische Abfälle sind daher ablieferungspflichtig.
In der Steiermark ist für die Sammlung und Verwertung die Steirische Tierkörperverwertungsanstalt (TKV) zuständig.
-
TOC: Total Organic Carbon = Gesamtkohlenstoffgehalt
U
- Umwelt
Meistens wird der Begriff der Umwelt als das ökologische Umfeld (i.e.S.) verstanden. Unterschiedliche Ansätze beziehen auch andere Aspekte (Umwelt i.w.S.) ein, die dann folgendermaßen zu aussehen: technische Umwelt, betriebliche Umwelt, soziale Umwelt etc.
Wir wollen hierbei noch einen Schritt weitergehen, und betrachten die Umwelt bewusst als "Um-Welt". Dabei vertreten wir die Meinung, dass man "über den Tellerrand" hinausblicken soll, um zu beobachten was Um seine eigene Welt herum passiert! Derartiges handeln bietet den Menschen erst jene Optionen, die sie brauchen um nachhaltig etwas verändern zu können.
V
- Vergärung (Faulung)
Umsetzung organischer Stoffe unter Luftabschluß (= anaerob)
- Vision
Eine Vision ist ein Bild der Zukunft, ein Zielzustand, der in der Zukunft erreicht werden soll. Die Vision im herkömmlichen Sinn beschreibt einen scheinbar wenig realistischen Wunschzustand, der in ferner Zukunft liegt. Im Rahmen des Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark stellt die Vision einen in 10 Jahren angestrebten Zielzustand dar.
- Vorsorgender, integrierter Umweltschutz (engl. meist "Cleaner Production")
im Unternehmen versucht, alle Prozesse unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu optimieren.
W
- Wiederverwendung
Unter Wiederverwendung ist eine und derselben Zweckbestimmung entsprechende mehrfache Befüllung oder Verwendung von Verpackungen zu verstehen, ferner die erneute Nutzung von Gegenständen, die ansonsten als Abfall behandelt worden wären.
- Wirkungskennzahlen (Indikatoren)
Wirkungskennzahlen oder Indikatoren sind eine Kennzahl, anhand derer die Zielerreichung ermittelt werden kann.
- Wirkungsziele
Ziele sind Aussagen darüber, was in Zukunft erreicht werden soll. Wirkungsziele oder strategische Ziele sind einer Strategie untergeordnet und zeigen die angestrebte Wirkung auf.
Z
- Zielwert (Messwert)
Wirkungskennzahlen werden mit einem Zielwert ergänzt, der die Zielerreichung direkt messbar (quantitativer Zielwert) oder zumindest feststellbar (qualitativer Zielwert) macht.